06.09.2023

Der Fachkräftemangel ist die größte Hürde für Wachstum – noch vor allen akuten Krisen, laut einer Umfrage bei Unternehmen

Der Mangel an Arbeits- und Fachkräften ist für Unternehmen zum größten Problem geworden, noch vor allen akuten Krisen, ergab eine Umfrage.

Unternehmen in Deutschland sehen den Mangel an geeigneten Arbeitskräften als größtes Hindernis für ihr Wachstum. Der Fachkräftemangel werde von mehr Firmen als Problem genannt, als akute Krisen wie Inflation, Energie oder die schwache Konjunktur, ergab die „European Groth Study“ des Beratungsunternehmen Simon-Kucher. Immerhin ein Fünftel der Firmen gab an, dass sie zuversichtlich sind, Verwerfungen wie Probleme bei Lieferketten oder eine Deglobalisierung zu ihrem Vorteil nutzen zu können. 73 Prozent wollen ihre Preise weiter erhöhen.

Der Mangel an Arbeitskräften wird von den meisten Unternehmen in Europa und Deutschland als größtes Hindernis für Wachstum gesehen. Der Fachkräftemangel wird als größeres Problem wahrgenommen als akute Krisen wie Inflation, Energie, politische Unsicherheiten oder die schwache Konjunktur. Das ergab die Umfrage „European Growth Study 2023“ des Beratungsunternehmens Simon-Kucher.

Den Fachkräftemangel nannten darin 40 Prozent der befragten Entscheider als Problem. Es folgen mit geringen Abständen die Themen Inflation (38 Prozent), Energiekrise und politische Instabilitäten (je 37) sowie eine drohende Rezession (34). Für die Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen YouGov 1.300 Entscheider in Europa, davon 300 in Deutschland.

Die Befragung, bei der Unternehmen mehrere Probleme nennen konnten, zeigt, wie stark aktuell volkswirtschaftliche und politische Themen die Aussichten der Firmen bestimmen. Immerhin 20 Prozent sind zuversichtlich, Verwerfungen und Veränderungen für ihr eigenes Wachstum nutzen zu können. Bei Engpässen in den globalen Lieferketten trifft das sogar auf 23 Prozent zu. Aber auch in strengeren Vorschriften zum Datenschutz oder Verhaltensregeln (Compliance) sieht gut ein Fünftel eine Chance.

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage sieht die Mehrheit von 73 Prozent ihre Unternehmen gut aufgestellt, um ihre Wachstumsziele zu erreichen. Nur 30 Prozent davon aus, dass sie in diesem Jahr hinter Umsatz- und Gewinnzielen zurückbleiben.

73 Prozent der Firmen wollen ihre Preise erhöhen

Eine wichtige Rolle spielen dabei weiterhin Preiserhöhungen. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie „das Preisniveau weiterhin dem Markt anpassen“, die Preise also erhöhen wollen.

„Die Bedeutung von Preis als Profittreiber hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugelegt“, sagte Clausen. „Gerade im derzeitigen Umfeld mit höheren Inflationsraten haben Unternehmen verstanden, dass es ohne richtiges Pricing nicht geht“.

Durch den Klimawandel sieht eine Mehrheit von 58 Prozent der Befragten keine Auswirkung auf das Wachstum ihres Unternehmens. Lediglich 16 Prozent erwarten im Zusammenhang mit dem Klimawandel zusätzliche Wachstumschancen.

„Im Schnitt schaffen es 20 Prozent der Unternehmen, externe Faktoren positiv für Wachstum zu nutzen. Das ist gut. Denn Unternehmen müssen agil bleiben, sich stetig am dynamischen Umfeld ausrichten und überlegen, wie kann ich das Umfeld nutzen, um zu wachsen?“ kommentierte Simon-Kucher-Partner Gunnar Clausen die Ergebnisse.

Mit einer Rate von 52 Prozent plane mehr als jeder zweite Betrieb, selbst lernende Software (Künstliche Intelligenz) anzuwenden. Blockchain halten dagegen nur 38 Prozent für ihr Unternehmen für relevant.

„Künstliche Intelligenz ist für viele Unternehmen noch Zukunftsmusik“, sagte Clausen. Die Mehrheit plane immerhin ihren Einsatz, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Ich mache mir Sorgen um die Unternehmen, die hier Chancen verpassen und Innovationen aus den Augen verlieren“, so Clausen.

Romanus Otte, Business Insider

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