Zwar ist die hinterzogene Steuersumme in der EU seit 2009 um 12 bis 16 Prozent gesunken, hoch ist sie aber noch immer: Laut einer aktuellen Untersuchung der University of London im Auftrag der sozialdemokratischen S&D-Fraktion im EU-Parlament sind den EU-Staaten 2015 schätzungsweise 824 Milliarden Euro an Steuergeldern entgangen. Damit liegt die Summe weit höher als die, die der öffentlichen Hand durch die legale Steuervermeidung von Konzernen entgeht (50 bis 190 Milliarden Euro), so Steuerexperte Richard Murphy, der die Studie durchführte.

Bei den aufgeführten Daten handelt es sich um eine grobe Schätzung – die Summe könne EU-weit zwischen 750 und 900 Milliarden Euro liegen, so Murphy. 824 Milliarden sei die bestmögliche Schätzung. Der größte Anteil davon wird in absoluten Zahlen in Italien hinterzogen, gefolgt von Deutschland und Frankreich, wie die Grafik von Statista zeigt. Anteilig am BIP gerechnet liegt Dänemark mit 47 Prozent vorne, gefolgt von Belgien und Österreich.

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Das Bundesverfassungsgericht verhandelt derzeit darüber, ob die Bemessung der Grundsteuer mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Die Steuer, die von den Gemeinden erhoben wird, muss jeder Hausbesitzer oder Grundeigentümer abführen. Die Höhe der Abgabe hängt direkt vom Wert des Grundstücks und der darauf befindlichen Immobilen ab. Allerdings halten Kritiker dafür, dass die Bemessung veraltet sei, da die Bewertungsgrundlagen in Westdeutschland noch aus den 1960er-Jahren stammt, in Ostdeutschland geht sie sogar in die 1930er-Jahre zurück.

Wie unsere Infografik zeigt, hätte jegliche Revision der Berechnungsgrundlagen erheblichen Einfluss auf die Finanzen der Gemeinden, da die Grundsteuer zwar nicht den größten Posten der Steuereinnahmen ausmacht; allerdings ist sie – auch wegen der fehlenden Neuberechnungen und Anpassungen – die stabilste kommunale Einnahmequelle. Maßgebliche Änderungen entstehen lediglich durch Bebauung von Grundstücken mit Immobilen, die den Wert des Grundstücks steigern. Hier abgebildet sind die Einnahmen der Gemeinden der bundesdeutschen Flächenländer.

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Die Statistik zeigt die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer in Deutschland in den Jahren von 2002 bis 2016. Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer in Deutschland rund 7,01 Milliarden Euro.

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In den meisten Staaten werden Familien steuerlich entlastet. Wie stark diese Entlastung ausfällt, ist jedoch höchst unterschiedlich, wie Zahlen der OECD zeigen. So fällt der Unterschied der Steuerbelastung bei Familien im Vergleich zu Singles in Deutschland deutlich stärker aus, als etwa in Frankreich oder dem Vereinigten Königreich. In Griechenland werden der OECD zufolge Familien mitunter steuerlich sogar stärker belastet als Singles.

Die Grafik zeigt die Steuerbelastung nach Familienstand in Prozent der Arbeitslöhne

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550 Milliarden US-Dollar haben die großen amerikanischen Tech-Unternehmen einer aktuellen Studie zufolge in Steueroasen geparkt – mehr als eine eine halbe Billion. Die Zahl der Tochterfirmen in Steuerparadiesen hat dabei nicht direkt etwas mit der Summe des geparkten Kapitals zu tun, im Gegenteil: Aktuell melden einige Unternehmen dem amerikanischen Staat weniger Tochterfirmen und gleichzeitig steigende Summen, die sie in Steueroasen parken. Die Studie, durchgeführt von zwei gemeinnützigen US-Organisationen, nennt dafür zwei Gründe: Zum einen sind die Strafen für nicht gemeldete Tochterfirmen recht lax, zum anderen könnten die Firmen mehr Einkommen in weniger Tochterfirmen unterbringen. Oft geschieht das in Strukturen die „Double Irish“ genannt werden: Mit zwei in Irland gemeldeten Unternehmen können Gelder so umgeleitet werden, dass in keinem der beteiligten Länder Steuern gezahlt werden müssen. Seit Januar dieses Jahres darf dieses Schlupfloch nicht mehr neu genutzt werden, Firmen die diese Strukturen bereits nutzen, haben allerdings noch bis zum Jahr 2020 Zeit, neue Regelungen für ihre Auslandsfinanzen zu finden.

Die Grafik bildet die Top 10 Tech-Unternehmen nach in Steueroasen geparkten Kapital (Stand: 2014).

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Die Statistik zeigt die Höhe der Verluste durch Steuerhinterziehung in den Ländern, die am stärksten von diesem Steuerbetrug betroffen sind. In den USA betrugen die Verluste durch Steuerhinterziehung im Erhebungszeitraum rund 337,4 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt beliefen sich die weltweiten Verluste im betrachteten Zeitraum auf ca. 3,13 Billionen US-Dollar.

Steuerhinterziehung liegt vor, wenn Steuern nicht, nicht in voller Höhe oder nicht rechtzeitig festgesetzt werden, weil der Steuerpflichtige, Steuererklärungspflichtige oder der zu einer steuerlichen Anzeige verpflichtete vorsätzlich seinen Pflichten gegenüber dem Finanzamt nicht nachkommt.

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In den meisten Staaten werden Familien steuerlich entlastet. Wie stark diese Entlastung ausfällt, ist jedoch höchst unterschiedlich, wie Zahlen der OECD zeigen. So fällt der Unterschied der Steuerbelastung bei Familien im Vergleich zu Singles in Deutschland deutlich stärker aus, als etwa in Frankreich oder dem Vereinigten Königreich. In Griechenland werden der OECD zufolge Familien mitunter steuerlich sogar stärker belastet als Singles.
Die Grafik zeigt die Steuerbelastung nach Familienstand in Prozent der Arbeitslöhne

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Das deutsche Steuersystem zu kompliziert? Laut Daten der OECD macht hierzulande dennoch die Mehrheit der Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung selbst. In 43 Prozent der Fälle ist hingegen ein Mittelsmann, etwa ein Steuerberater, tätig. In anderen Ländern sieht es anders aus, etwa in Österreich, wo laut OECD 82 Prozent der Erklärungen von Dritten gemacht werden. In Italien sind es demnach gar 96 Prozent. Doch es gibt auch Staaten, in denen der Eigenanteil deutlich höher liegt, etwa Schweden und Dänemark.

Die Grafik zeigt den Anteil der Einkommens-Steuererklärungen, die nicht vom Steuerpflichtigen selbst erstellt wurden.

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Zwischen 2003 und 2012 wurden von deutschen Steuerfahndern über 350.000 Fälle abgeschlossen. Allein im Jahr 2012 waren es 31.655 Fälle. Die Ermittler führen hauptsächlich Fahndungsprüfungen durch, waren aber in den vergangenen Jahren in hohem Maße auch mit der Erledigung von Amts- und Rechtshilfeersuchen befasst. In Folge ihrer Arbeit flossen dem Fiskus 18 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuergeldern zu.

Oft melden sich Steuerhinterzieher aber auch aus eigenem Antrieb bei den Behörden. Besonders der Kauf von sogenannten Steuer-CDs oder die Identifizierung prominenter Steuer-Betrüger scheinen sich auf die Zahl der Selbstanzeigen auszuwirken. Eine Statista-Anfrage bei den Finanzbehörden der Bundesländer ergab, dass sich die Zahl der Selbstanzeigen 2013 um über 200 Prozent erhöht hat. Die meisten Anzeigen gingen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern ein.

Dass Steuerdelikte keine Bagatelle sind, zeigt der Blick auf die Statistik der Bundesministeriums der Finanzen. Allein 2012 führte die Arbeit der Steuerfahnder zur Einleitung von 15.984 Strafverfahren und zur Verhängung von insgesamt 1.937 Jahren Freiheitsstrafe. Die Arbeit der Gerichte führte im selben Jahr außerdem zu Einnahmen aus Geldbußen, Geldstrafen und Geldbeträge (§ 153a StPO) in Höhe von 121,1 Millionen Euro.

Die Grafik zeigt ausgewählte Daten zum Thema Steuerprüfung und Steuerhinterziehung in Deutschland.

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Apple sei der größte Steuerzahler unter den US-Unternehmen betonte CEO Tim Cook vor einigen Monaten. Tatsächlich steht sein Konzern regelmäßig in der Kritik, Gewinne zu verschleiern und über Zweigfirmen Steuern einzusparen. Für FAZ.net haben wir illustriert, wie hoch die gezahlten Steuern verschiedener Konzerne gemessen in Prozent des Vorsteuergewinns sind. Demnach führt Apple rund 26 Prozent des Gewinns als Steuern ab. Damit liegt das Unternehmen in etwa auf dem Niveau von SAP und Bayer. Bei Google sind es nur 19 Prozent, bei Daimler gar nur 14 Prozent.
Die Grafik zeigt die Höhe der gezahlten Steuern in Prozent des Vorsteuergewinns.

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